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11. Oktober 2026
Rheinisches Revier › Tragfähigkeits-Check Muster

Brainergy Park Jülich: Wer trägt den Betrieb, wenn der Hub steht?

Drei Kommunen und der Kreis Düren entwickeln gemeinsam einen Technologiepark auf 52 Hektar. Der Bau des Brainergy Hub ist mit 67,5 Mio. € Landesförderung gesichert. Die Frage aus Kämmerersicht: Was kostet der Betrieb ab 2027 – und was landet über den Verlustausgleich der Gesellschaft in den Haushalten von Jülich, Niederzier und Titz?

Projekt

Fläche
52 ha, ehemaliges Gelände der Deutschen Welle
Brainergy Hub (Landesförderung)
67,5 Mio. €
Fertigstellung / Bezug
Ende 2026 / 2027
Energiesystem (mit E.ON, 50 : 50)
Förderung 19,3 Mio. €
StartUp Village (STARK)
6,3 Mio. €
Gesellschafter
Jülich, Niederzier, Titz, Kreis Düren
Quellen: Wirtschaft.NRW: 67,5 Mio. € für den Brainergy Park · Spatenstich Brainergy Hub (November 2024) · Land NRW: 6,3 Mio. € StartUp Village · Projektdatenbank Rheinisches Revier.

Die drei Gesellschafter-Kommunen

Jülich · 35.146 EW
Fehlbetrag vorgetragen · 3.924 € KK/EW
Niederzier · 15.055 EW
fiktiv ausgeglichen · 233 € KK/EW
Titz · 9.025 EW
Fehlbetrag vorgetragen · 521 € KK/EW
KK = Kassenkredite je Einwohner zum 31.12.2025; Einstufung der Kommunalaufsicht NRW zum 31.12.2025. Gemeindeprofil Jülich →

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Bewirtschaftung Hub––
Abschreibungen netto––
Betriebsgesellschaft–Geschäftsführung, Vermarktung, Community-Management
Mieterlöse––

Verlustausgleich je Kommune (Annahme: nach Einwohnern verteilt)

Die tatsächlichen Gesellschafteranteile und Ausgleichsregeln stehen im Gesellschaftsvertrag; im echten Check werden sie von dort übernommen.

Annahmen – mit Reglern prüfen

Musterwerte für den Betrieb des Hub. Jede Änderung rechnet das Ergebnis sofort neu.

Ampel nach der am stärksten belasteten Kommune. Musterschwellen je Einwohner und Jahr: bei ausgeglichenem oder fiktiv ausgeglichenem Haushalt unter 25 € grün, bis 75 € gelb; bei Rücklagenverzehr oder Fehlbetragsvortrag unter 10 € grün, bis 40 € gelb, darüber rot. Gewerbesteuer aus Ansiedlungen fließt an die Standortgemeinde und ist hier nicht gegengerechnet – sie ist das Argument, das den Park trägt.

Empfehlung aus Kämmerersicht

  1. Betriebskonzept vor Bezug mit einer Mindestauslastung hinterlegen. Vorvermietungen und Ankermieter aus der Forschung (Forschungszentrum Jülich, Hochschulen) sichern die ersten Jahre; ab welcher Auslastung der Hub sich trägt, gehört in jeden Wirtschaftsplan.
  2. Den Verlustausgleich deckeln und im Haushalt einplanen. Ein jährlicher Höchstbetrag je Gesellschafter schafft Planbarkeit – gerade für Kommunen mit Fehlbetragsvortrag und hohen Kassenkrediten.
  3. Gewerbesteuer und Ausgleich gemeinsam betrachten. Eine interkommunale Vereinbarung über die Aufteilung künftiger Gewerbesteuer aus dem Park verbindet Last und Ertrag – dann trägt nicht eine Kommune allein das Risiko des Standorts.

So entsteht der Check

1 · Haushaltslage

Status, Rücklagen und Kassenkredite aller Gesellschafter – aus den Datenbeständen von Der Kämmerer, monatlich fortgeschrieben.

2 · Betrieb

Wirtschaftsplan der Gesellschaft, Flächen, Mieten, Auslastung und Abschreibungen; daraus der jährliche Ausgleichsbedarf über 20 Jahre.

3 · Urteil

Ampel und Auflagen je Gesellschafter – als Einseiter für Räte, Aufsicht und Agentur.

Muster zur Veranschaulichung: Projektzahlen aus öffentlichen Quellen, Betrieb, Mieten und Anteile als Annahmen. Es handelt sich um keine Bewertung der Brainergy Park Jülich GmbH, ihrer Gesellschafter oder des Vorhabens.

← Haushaltslage der 65 RevierkommunenMichael G. Kosel · Chefredakteur Der Kämmerer · chefredaktion@derkaemmerer.de